Ernst Käsbauer © – Oberpfälzer Mundartgedichte & mehr

Steckbrief

Ernst Käsbauer, * 1944 in und verwurzelt mit der Oberpfalz – verheiratet – Vater von zwei erfolgreichen Badminton-Spielern – pensionierter Gymnasial-Lehrer für Sport und Chemie – hat seine Begeisterung für Badminton unzähligen, vor allem jungen Menschen weitergegeben – bis vor nicht allzu langer Zeit leidenschaftlicher Motorrad (BMW)- und e-Bike-Fahrer und Golfer – seit zig Jahren Verfasser zahlreicher Oberpfälzer Mundart-Gedichte

Schnöi 2 

Mia kina uns freia, as doud wieda schneia! 

Niad jedan freid, wenn se Schne:i-flockn, we:i a moind,

zua unrechtn Zeit vua sei Hausdier hi hockn,

und woind: „Dean weißn Salat he:ide vül le:iwa,

– ogseang vam Gsche:iwa – zu Weihnachtn gern khat.“ 

Dazou he:ide a Idee … a ble:ide! 

Wenn ka Schne:i zu uns zua Weihnacht niad kumma moch,

nou sche:ima doch, – sua kannt´s ge:i, a wenns a Gwiach macht –

Weihnachtn iwe zum Schne:i! 

Wea lamentiad, dass uns zu Weihnachtn da Schne:i ignoriad,

der sollt scho draaf achtn, dass a neamd provoziad. 

Waal dea a boa Wochn draaf, wecha dean sauble:idn Gwaaf,

sua vül Schne:i oia schickt, dass ma fast drin dastickt. 

Woiss da Geia, ich dou me freia! 

Ich kann zum Schne:i asse ge:i zum Ramma und Schippm vua meina Hittn. 

Unds Beste is, des woiße gwieß, noum Schwitzn deafe wieda drinna sitzn. 

Und ich drauma sogoa soong, mid meim Weiwal vadroong. 

Ou-ja! Sche:i is heid! S´houd wieda gschneid

(© Ernst Käsbauer)

Waal ma nix de:in! 

… rein vam Gfül gits sua vül, wos ma dou me:in. 

Statt voa uns hea sche:im, uns d´Wouad zrecht be:ing,

uns d´Huck sua lang vull le:ing,

bis ma oine aafn Houd gre:ing. 

Waal ma nix de:in! 

Wiad d´Wölt uns bal um d´Ouan fle:ing?

Uns as Holsbandl sua zou ze:ing,

bis ma koi Luft me:ina gre:ing?

Daschdign me:in? 

Waal ma nix de:in? 

Oda niad gnouch gre:ing!

Allas hom me:in! 

Und niad saa le:in,

wos ma in uns ei ne:in,

wos ma zum Leem

… goua niad hom me:in. 

Obwohl ma wissn de:in,

wos ma am Ne:idigsdn ha:in! 

Owa´s trotzdem niad de:in!!

Is wiagle … zum Ba:ing!!! 

(© Ernst Käsbauer)

As is … wöis is 

Wennst in alla Fre:ih scha spannst, dassd den Dooch vagessn kannst,

waal aaf da Uhr dei Zeit varinnt, nu dazou as Weeda spinnt. 

Wos mi ganz naarisch eachad, waale gean a Sunna seachad,

de:i van am blaua Himml schaut und koine Wolgn … zamma braut.

Wennst in surana Stimmung hengst, und langsam schpiast, dassd heind

… nix me:ina reißn wiast, waals niad leicht zum ändern is,

dann resigniast und denkst: „As is … we:is is!

 

E:itza mousst easchd recht wos dou! Lou de:i Stimmung goa niad zou!

Dou niad waddn bis wos gschiad, des am End … di schickaniad! 

Mia kinna mid zwoa Augnscha va Weiddn… zwoa Seiddn

vanara Sach oa schaugn.

Danou mous Hian vül dengn und Meinunga vaschengn. 

Aa nemma kannst dann oine, meglichaweis … a koine. 

Wemma va oin hean: „As is … we:is is!“

 

Wiad a andana draf pläan: „Nix bleibt sua … we:is is!“ 

Wenn zwoa sua afananda brumma,

we:i solln de:i … zuananda kumma? 

Als Le:isung he:ide dou: Ajeda gitt

… sua nou und nou … a bissal nou!! 

(© Ernst Käsbauer) 

Fußabdruck 

Eine milliardenfache Menschenherde mit kleinem Hirn aber großen Füßen trampelt derzeit über Mutter Erde. Die Herde wird dafür noch büßen. 

Eigentlich … ist es schon so weit, denn seit erdgeschichtlich kurzer Zeit, – in Jahren nicht mal hundert – merken Menschen ganz verwundert, dass die einst fast zahme Welt sich gar nicht mehr so zahm verhält. 

Statt Regenschauer schüttets Güsse. Aus Bächen werden große Flüsse, die schnell zu einem Strom anschwellen, dessen immense Wasserkraft, gepaart mit hohen Wellen, einfach alles … mit sich rafft. 

Lange Hitzeperioden zieh´n die Feuchte aus dem Boden. Die dadurch ausgedörrten Wälder und vertrockneten Getreidefelder brennen schier wie Zunder nieder. 

Kaum gelöscht, lodern sie schon wieder, angefacht von heißem Wind, weshalb auch sie … bedrohlich sind. Zurück bleibt schwarze Erde, und eine verstörte Menschenherde. 

Jeder kriegt für seine Kreise auf seiner kurzen Erdenreise – wenn man es gründlich überdenkt – die Ressourcen, die er zum Leben braucht, von Mutter Erde glatt geschenkt, ohne dass es sie groß schlaucht. 

Jahrtausende schon schafft es der Planet, dass die Herde überlebt, weil er mit seiner Sonne Kraft, mehr Ressourcen produziert, als die noch kleine Herde konsumiert. 

Doch plötzlich wird es schwierig: Die Herde wächst und wird sehr gierig, will es partout nicht bleiben lassen, mit Millionen Edelkutschen über zu geteerte Felder rutschend, die Ressourcen übermütig zu verprassen. Bis sie erschreckt erkennt, als wieder ein Stück Wald abbrennt und eine Regenflut ein ganzes Tal ersäuft, dass das Klima aus dem Ruder läuft. 

Egal, … wo ein Unwetter passiert; egal, … wie entfernt du davon wohnst; egal, … ob du Ressourcen schonst! Du bist involviert! … Kapiert?! 

Ich fürchte, ihr vergesst: niemand … muss … auf den Mount Everest. Allein schon dies erkannten unsre fellbehaarten Halbverwandten. Sie bleiben deshalb gern diesem Hochgebirge fern. 

Nur der Mensch, der Vollidiot, riskiert dort seinen Heldentod, und lässt zu all dem Missgeschick noch tonnenweise Müll zurück. 

Will die Menschheit überleben und die Hoffnung nicht aufgeben, sollte sie mal folgendes probieren: 

Keinen Müll mehr produzieren, ihn zumindest minimieren, und da, wo einer liegt, nicht liegen lassen, in der Hoffnung, dass er weiterflieg

©Ernst Käsbauer

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